Creative Commons goes Schule

Ein tolles Beispiel, wie Creative Commons in der Arbeit mit Jugendlichen eingesetzt werden kann, kam im laufe des Tages per Twitter rein. Das gefällt mir so gut, das muss hier auch erwähnt werden. So ein Tweet gerät schnell in Vergessenheit.

Es handelt sich um die Musikzapfsäule. Wenn ich das richtig verstanden habe, suchen die Schüler und SchülerInnen nach freier Musik und stellen diese auf dem eigens dafür erstellten Blog vor. (btw, das Layout ist ziemlich stylisch.) Was ich aber noch viel cooler ist, dass in der Schule tatsächlich eine Musikzapfsäule steht. Der Zapfhahn ist ein USB-Anschluss und das Benzin sind die im Blog vorgestellten Songs. Absolut geniale Sache. Eine sehr praktische Erfahrung mit dem Thema Urheberrecht.

Der WDR hat in der Sendung „Lokalzeit“ auch einen Bericht über das Projekt. Der Bericht ist in der Mediathek zu finden.

Nebenbei möchte ich auf diesem Weg noch auf die Idee mit dem Jugendhaus-Sampler verweisen. Ich meinen Augen auch schöne Sache, um mit Creative Commons zu arbeiten. Ein Blick in die von der Landesarbeitsgemeinschaft Lokale Medienarbeit NRW erstellte Broschüre Freie Musik im Internet möchte ich auch empfehlen. Dort werden die Creative Commons gut erklärt. Die Broschüre kann bei Klicksafe als PDF heruntergeladen werden.

Alles scheisse. Alles blöd.

Ich unterhalte mich gerne mit verschiedenen Leuten über das, was das Internet so alles bereitstellt. Oder ich lausche gerne bei Fahrten mit öffentlichen Verkehrsmittel, was andere so über das Netz erzählen. Die Worte „Facebook“, „Blog“ und „Twitter“ fallen wirklich ziemlich oft muss ich sagen. Mein Ohr ist auf die Schlagworte wahrscheinlich schon ziemlich gut sensibilisiert. Aber ja, manches davon nervt mich einfach. Daher möchte ich mal ein paar weniger konstruktive Zeilen ablassen.

Gerade bei Erwachsenen habe ich so das Gefühl, dass sie dem Internet gegenüber eine negative Grundhaltung haben. Soziale Netzwerke sind gefährlich, Google und ganz besonders Streetview ist böse und schlecht. Okay, denke ich mir, wenn etwas darüber in den Nachrichten kommt, dann meistens auch nur Negatives. Dazu gibt es derzeit auch die Sendung Tatort Internet, die sicher auch nicht für ein positives Image wirbt. Oder eine aktuelle Kampagne aus Bayern, Was spielt mein Kind?, die darauf hinweist, dass Computerspielen böse ist. Das Bild mit dem Kind, das da völlig apathisch in einem dunklen Zimmer vor dem Bildschirm sitzt, erzeugt bei mir nur ein Kopfschütteln. Eine Neu-Auflage des Kellerkindes, hurra.

Es gibt auch komische Seiten wie z.B. Nur ein Mausklick bis zum Grauen , die mit dem reisserischen Titel die Aufmerksamkeit auf sich lenkt. Aber wem ist dadurch geholfen, wenn nur das Negative hervorgehoben wird?

Oder Seiten wie kindersindtabu.de, deren Sinn und Zweck ich garnicht verstehe.

Und das geht mir ehrlich gesagt ziemlich auf den Sack. Sind die Möglichkeiten, die das Internet bereithält so offensichtlich, dass es nicht nötig ist sie zu erwähnen? Wieso heissen die Workshops und Vorträge zum Thema Medien / Internet immer „Gefahren und Möglichkeiten“ ? Ja, auch wir haben solche Vorträge. Aber ich würde lieber coole Workshops machen, bei denen das Netz und der Computer die Werkzeuge sind, mit denen gemeinsam etwas erarbeitet wird. Ich bin der Meinung, dass dadurch sowieso viel mehr gelernt wird, als durch die ständige Panikmache und den bösen Zeigefinger. Wenn ich weiss wie etwas funktioniert, kann ich mich auch richtig damit auseinandersetzen. Um zu wissen wie etwas funktioniert, ist es doch am besten, wenn ich es ausprobiere? Die Möglichkeiten sollten inzwischen zuerst genannt werden und dann mögliche Risiken. Vor lauter Gefahren verschwinden die Chancen. Und wenn etwas scheinbar so viele Risiken und Gefahren beinhaltet, wieso soll man sich dann überhaupt damit beschäftigen. Nach dem Motto: „Dann lass ich lieber die Finger davon, dann passiert mir nichts.“ Und am Ende finden alle das Netz blöd, weil es viel zu gefährlich ist.

Statt alles, was mit dem Netz zu tun hat per se zu verteufeln, kann man sich doch versuchen zu informieren. Meiner bescheidenen Meinung nach sind Seite wie klicksafe.deinternet-abc.de oder irights.info (zum Thema Urheberrecht) eigentlich ziemlich gute Anlaufstellen. Und dort gibt es natürlich noch mehr Links.

Das Motto des anstehenden Safer Internet Day: „It’s more than a game, it’s your life“, heisst für mich „Im Internet kann man nicht nur spielen, sondern auch gemeinsam etwas cooles, sinnvolles und natürlich auch sinnfreies erreichen.“

Ein Leben auf Facebook.

Ich muss immer wieder schmunzeln, wenn Leute auf Facebook ihren Beziehungsstatus ändern. Als Beispiel nehmen wir mal „Peter“.

In den darauffolgenden Kommentaren lässt sich dann immer wunderbar nachvollziehen woran die Beziehung denn nun gescheitert ist. Das sieht das ungefähr so aus:

Person A: Quatsch! Ist sicher nur ein Spass

Person B: Du armer!

Person C: Ehrlich jetzt? Lief doch so gut!

Peter: Ja, ehrlich. Kein Spass…

Person B: Ja, und warum ?!?!

Person C: Erzähl doch mal …

Peter: Also ..

Und so weiss ich also nun dass Peter aus Grund X nicht mehr mit seiner Freundin zusammen ist. Ich lese das natürlich auch. Ich finde das auch interessant zu wissen. Ohne Facebook würde ich das wohl ohnehin niemals erfahren, so gut kenne ich den Peter nun auch wieder nicht.

Warum ich das schreibe? Weil ich das nun schon ein paar Mal erlebt habe und immer gedacht habe „Wieso machen die das?“. Wieso wird das an der Pinnwand breitgetreten. Okay, volles verständniss für das Mitteilungsbedürfnis unserer Spezies. Ich schreibe da auch viel Krempel an die Pinnwand, aber das würde mir zu weit gehen. Es kommt mir auch schon komisch vor, wenn die Leute ihre gesamte Familie und den Freund verlinken. So viel will ich doch garnicht wissen. Trotzdem klick ich mich durch.

Auf der Suche nach „Beziehungsstatus Facebook“ bin ich auf einen Blogbeitrag von Christiane Lutz gestoßen, die es glaube ich ganz gut beschreibt:

Wer dennoch mit der Angabe in seinem Beziehungsstatus kokettiert, der will im Grunde nur Aufmerksamkeit darüber erregen. Er inszeniert sich selbst auf dem Kuppelmarkt oft unbewusst als Kopulationswilliger, treue Seele, biedere Ehefrau oder sexuell Ausgehungerter. Daher gilt der Königsweg: Beziehungsstatus elegant umgehen und einfach lächelnd schweigen.

Da haben wir’s: das Schlagwort Inszenierung. Darum geht es letztendlich.

Und warum schreibe ich das alles? Eigentlich aus dem selben Grund. Ich will Aufmerksamkeit. Und zum Nachdenken anregen. Ich finde es wahnsinnig erstaunlich was dieses Netzwerk so mit uns macht und wahrscheinlich noch machen wird. Wer weiss, was noch alles kommen wird und wie wir damit umgehen. Manchmal macht es mir doch auch ein bisschen Angst 🙂

Zum Nachdenken regt vielleicht auch der abschließende Film von maxluere auf Youtube:

Update: Das verlinkte Video wurde leider gelöscht. Auf Youtube finden sich aber einige Kopien. Einfach nach „A Life on Facebook.“ suchen. Hätte der Ersteller sein Video besser mit CC-Musik unterlegt. Schade.

Update 2: Felix hat mich auf einen weiteren interessanten Artikel zum Thema aufmerksam gemacht: Neon.de – Wir Facebook-Schauspieler

Zeitsouveränes Hören – Meine Podcasts

Seit dem Studium bin ich TV-Frei. Zumindest frei vom Zeitdiktat der Fernsehsender. Da ich aber auf so manches nicht verzichten möchte, was die Öffentlich-Rechtlichen zu bieten haben, bin ich ziemlich glücklich darüber, dass immer mehr Sendungen aus der TV- und Radiowelt als Podcast angeboten werden.

Was genau ein Podcast ist, steht in der Wikipedia. Für mich ist es einfach ein Mitschnitt der Sendung, der mir als Konsument angeboten wird, falls ich die Sendung nochmal hören bzw. sehen möchte oder ich keine Zeit hatte die Sendung zu hören oder zu sehen.

Inzwischen hab ich mir eine schöne Auswahl an Podcasts zusammengestellt. Bei mir kommt die Software gPodder zum Einsatz, die sowohl für Windows als auch für Linux existiert. Selbstverständlich gibt es eine Vielzahl anderer Programme, die unter anderem bei podcast.de zusammengefasst werden. Auch bietet podcast.de eine tolle Übersicht, was es denn so alles als Podcast gibt.

Ich möchte einfach mal meine Podcast-Liste hier vorstellen. Sicherlich nichts aufregendes, vieles ist schon bekannt, aber vielleicht hilft es ja wem weiter 🙂

Ich starte mal mit den Audio-Podcasts:

ARD Radio-Tatort

Der „ARD Radio Tatort“ ist eine neue Hörfunk-Krimireihe, die am 16. Januar 2008 zum ersten Mal „on air“ ging. Gesendet werden spannende und unterhaltende Originalhörspiele prominenter deutschsprachiger Autorinnen und Autoren. Zu hören sind die jeweils 55-minütigen Produktionen einmal monatlich innerhalb von sechs Tagen ARD-weit auf den jeweiligen Krimi-Plätzen der beteiligten Sender.[1. ARD.de]

Adresse: http://web.ard.de/radiotatort/rss/podcast.xml

ChaosRadio

Chaosradio (CR) ist eine zweistündige Talk-Sendung, die seit 1995 jeden letzten Mittwoch im Monat im Rahmen des Blue Moon auf Fritz gesendet wird (Ausnahme: Dezember). Sie wird federführend vom Chaos Computer Club Berlin in Zusammenarbeit mit einem Moderator von Fritz gestaltet. Chaosradio kann live via UKW, Satellit oder Internet-Stream verfolgt werden und wird später von uns natürlich als Podcast bereitgestellt.[2. Chaos Computer Club]
Adresse: http://chaosradio.ccc.de/chaosradio-latest.rss

Dittsche

Badelatschen, Jogginghose, Oberhemd und gestreifter Bademantel sind Dittsches Markenzeichen – krass dem Zeitgeist widersprechend. Wenn er regelmäßig im „Eppendorfer Grill“ zur Feierabendzeit leere gegen volle Bierflaschen tauscht und den ersten „Hobel“ gleich am Tresen in sich hinein kippt („Das perlt so schön.“) entspinnt sich ein typisches Stammtisch-Gespräch zu aktuellen Themen.[3. WDR.de]

Adresse: http://podcast.wdr.de/dittsche.xml

Deutschlandradio Kultur – Breitband

Breitband befasst sich mit der aktuellen Entwicklung neuer und alter Medien. Die Sendung führt als kritischer Navigator durch die Welt der digitalen Kultur. On Air, jeden Samstag von 14.05 bis 15 Uhr im Deutschlandradio Kultur. Im Netz unter breitband-online.de aktiv.

Alle geplanten und gesendeten Beiträge können in einem Multimedia-Weblog kommentiert werden. Die Meinungen und Anregungen der Community sind Teil unserer redaktionellen Arbeit.[4. Deutschlandradio Kultur]

Adresse: http://www.dradio.de/rss/podcast/sendungen/breitbandsendung/

Deutschlandfunk – Computer & Kommunikation

Zusammenfassung der wichtigsten Wochenereignisse aus der Computerwelt. Berichterstattung über neue Trends, neue Techniken.[5. Deutschlandradio Deutschlandfunk]

Adresse: http://www.dradio.de/rss/podcast/sendungen/computersendung/

hr2 Kultur – Der Tag

hr2 beleuchtet ein aktuelles Thema aus verschiedenen Perspektiven. In jeder Sendung kommen verschiedene Experten zu Wort. Absolut empfehlenswert.

Adresse: http://podcast.hr2.de/derTag/podcast.xml

BR5 Aktuell – Magazin für Wirtschaft und Soziales

Warum steigt der Euro? Was ist los an den Aktienmärkten? Was ändert sich in der Renten- und Gesundheitspolitik? Das Magazin für Wirtschaft und Soziales gibt verständliche Antworten in Reportagen, Analysen, Interviews und Kommentaren. [6. BR5 Aktuell]
Adresse: http://www.br-online.de/podcast/magazin-fuer-wirtschaft-und-soziales/cast.xml

RadioEins – Medienmagazin

Wo bleiben meine Rundfunkgebühren?

Welche Zukunft hat die ARD?

Warum ist Privatfunk so, wie er ist?

Haben Zeitungen eine Zukunft?

Ist das Internet für alle da?

Antworten gibt’s im Medienmagazin. Ein MUSS für alle Gebührenzahler![7. Radio Eins rbb]

Adresse: http://www.radioeins.de/archiv/podcast/medienmagazin.feed.podcast.xml

SWR1 – Der Abend

der abendliche Radiotalk: Was Menschen diesseits und jenseits der großen Politik bewegt, worüber sie reden, was sie aufregt und wovon sie mehr wissen wollen. Unterschiedliche Meinungen, Positionen, Einsichten und Einstellungen sind gefragt – da darf es auch mal heiß hergehen, kontrovers diskutiert oder gar gestritten werden.[8. SWR1 Baden-Württemberg]

Adresse: http://www1.swr.de/podcast/xml/swr1/abend.xml

Okay, ich höre die Frage schon: „Und wann hörst du das alles an?!“ 🙂

Zunächst muss gesagt sein, dass mich ja nicht jedes Thema einer Sendung interessiert. Und die, die mich interessieren höre ich mich dann bei verschiedenen Gelegenheiten an:

Im Zug, zum Einschlafen, beim Spazieren, im Auto, manchmal zum Geschirrabwaschen 🙂 … es bieten sich viele Möglichkeiten.

Viel Spass beim Reinhören. Ich freue mich über jeden weiteren Tipp.