27c3 – Vorträge für Normalsterbliche

Vom 27.12.10 bis 30.12.10 fand der 27. Chaos Communication Congress des Chaos Computer Clubs (kurz 27C3) statt. Bei dieser Veranstaltung handelt es sich um das wohl größte Hackertreffen Europas. In den 4 Tagen finden von morgens bis abends Vorträge und Workshops statt, die sich mit der digitalen Welt beschäftigen. Ein großteil beschäftigt sich natürlich mit sehr technischen Themen, die ein normalsterblicher wohl nicht versteht, zumal viele Vorträge auch auf englisch gehalten werden.

Aber es gab auch Themen, die für uns normalsterbliche einigermaßen verständlich und interessant sind. Das schöne an diesem Congress ist, dass alle Vorträge ein paar Tage danach heruntergeladen werden können. In der hauseigenen Mediathek des Chaos Computer Clubs können die Vorträge auch direkt angeschaut werden. Da noch nicht alle Vorträge online sind, kann ich auch nicht alle verlinken. Sobald alle online sind, werde ich den Artikel aktualisieren. Videos wurden verlinkt! Es fehlen nur noch 2-3.

CCC Jahresrückblick 2010

Wir berichten über vergangene Veranstaltungen, Erfa-Aktivitäten, Demonstrationen, Hacks, Medienkontakte, Gerichtsverhandlungen, Lobbyarbeit sowie weiteres Erfreuliches und Ärgerliches des Jahres 2010 keinesfalls objektiv, sondern mit der gewohnten Hackerperspektive.[1. 27C3 Fahrplan – CCC Jahresrückblick 2010]

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Security Nightmares

Was hat sich im letzten Jahr im Bereich IT-Sicherheit getan? Welche neuen Entwicklungen haben sich ergeben? Welche neuen Buzzwords und Trends waren zu sehen?

Wie immer wagen wir den Ausblick auf das Jahr 2011 und darüber hinaus, denn was wir wirklich wissen wollen, ist ja schließlich: Was kommt in Zukunft auf uns zu? Wir werden außerdem frühere Voraussagen hinsichtlich des Eintreffens unserer Weissagungen prüfen.[2. 27C3 Fahrplan – Security Nightmares]

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Digitale Spaltung per Gesetz
Das Internet und geschaffene soziale Ungleichheit im Alltag von Erwerbslosen

Hartz IV-Empfangende brauchen keine internetfähigen Computer, weil sie Fernseher haben. Dieser Ansicht sind deutsche Sozialgerichte und forcieren damit eine digitale Spaltung per Gesetz. Im Zeitalter der digitalen Informations- und Kommunikationsgesellschaft mutet dieser Umstand absurd an, aber eine breite öffentlichkeitswirksame Debatte steht bisher aus.[3. 27C3 Fahrplan – Digitale Spaltung per Gesetz]

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Eins, zwei, drei – alle sind dabei
Von der Volkszählung zum Bundesmelderegister

Neben einer kurzen Einführung in die Problematik des Zensus 2011, soll es in dem Vortrag auch über die CCC Stellungnahmen für mehrere Landetage gehen. Weiterhin geht es auch um die mittlerweile abgewiesene Verfassungsbeschwerde des AK Zensus sowie weitere Möglichkeiten „was zu machen“. [4. 27C3 – Eins, zwei, drei – alle sind dabei]

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Fnord-Jahresrückblick 2010
von Atomausstieg bis Zwangsintegration

Auch dieses Jahr werden wir uns wieder bemühen, Euch mit einem Rückblick auf die Fnords des Jahres zu unterhalten.

Im Format einer lockeren Abendshow werden wir die Highlights des Jahres präsentieren, die Meldungen zwischen den Meldungen, die subtilen Sensationen hinter den Schlagzeilen. Kommen Sie, hören Sie, sehen Sie! Lassen Sie sich mitreißen! [5. 27C3 – Fnord-Jahresrückblick 2010]

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Friede sei mit Euren Daten
Ein datenschutzrechtlicher Ausflug in ein kirchliches Parelleluniversum

Bundesdeutscher und kirchlicher Datenschutz führen eine Parallelexistenz. Während das Bundesdatenschutzgesetz von der Öffentlichkeit wahrgenommen und kritisch begleitet wird, ist den Wenigsten überhaupt klar, dass es auch einen vom BDSG losgelösten Datenschutz innerhalb der Kirchen gibt, der sich in einigen wichtigen Punkten vom staatlichen unterscheidet. Dieser Vortrag soll das Bewusstsein für ein Recht wecken, von dem sechzig Prozent der Deutschen betroffen sind – oft ohne es zu wissen. Praxisbeispiele und Tipps inbegriffen.[6. 27C3 – Friede sei mit Euren Daten]

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How the Internet sees you
demonstrating what activities most ISPs see you doing on the Internet

On the Internet one tends to think that one is pretty much safe from poking eyes. Taps in most countries can only be established after a judge has issued a warrant, thus upto such a tap is succesfully deployed one might think one is pretty much in the clear.

Most ISPs though actually employ a toolset comprising one of various NetFlow, IPFIX or sFlow protocols to do trend monitoring, billing and of course, the ability to try and establish which connections a certain IP address is making.

During the CCC conference we will monitor the CCC network with NetFlow, collecting and directly anonimizing this information on IP basis. We will map a couple of well-known websites/trackers to a private IP range and preserving these mappings, while anonimizing the rest of the IP addresses, thus your anonimity is safe and please be yourself while using the network. Flow data will not be stored, thus we won’t be able to go back and re-analyze the information.[7. 27C3 Fahrplan – How the Internet sees you]

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Ich sehe nicht, dass wir nicht zustimmen werden
Die Sprache des politischen Verrats und seiner Rechtfertigung

Der Vortrag zeigt auf, wie sich Politiker rechtfertigen, wenn sie gegen ihre Argumentation und die Überzeugungen entscheiden oder handeln, für die sie stehen. Es ergibt sich dabei eine extreme Zwangslage, denn es ist oft nicht so einfach möglich, die zuvor vorgebrachten Argumente aufzugeben. Also muss auf Leerformeln, Nebelkerzen, Scheinargumente und spezielle grammatische Mittel zurückgegriffen werden, die die Regresspflicht mindern (Konjunktive, doppelte Verneinungen, Modalpartikeln usw.); dabei sind Kunstgriffe nötig, die über die inzwischen hinlänglich bekannte Leyen-Rhetorik hinausgehen.[8. 27C3 Fahrplan – Ich sehe nicht, dass wir nicht zustimmen werden]

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Netzmedienrecht, Lobbyismus und Korruption
Wie wirkt die Lobby von Medienkonzernen?

Die Mediennutzung, aber auch ihre Verwaltung und Vergütung, also ihr Management, müssen an eine digitale Netzwelt angepasst werden. Wie ist der Stand der juristischen Auseinandersetzung um die Rechte von Urhebern, Verwertern und Nutzern von Medieninhalten? Wie und wo setzen sich starke Wirtschaftsinteressen mit Lobbygruppen durch? [9. 27C3 Fahrplan – Netzmedienrecht, Lobbyismus und Korruption]

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Von Zensursula über Censilia hin zum Kindernet
Jahresrückblick rund um Internet-Sperren, Sendezeitbegrenzungen im Internet und vermeintlichen Jugendschutz

Nach Zensursula kam Censilia und das Kindernet: 2010 brachte nach den hitzigen Diskussionen um Internet-Sperren und das Zugangserschwerungsgesetz einige neue Entwicklungen – und die Rundfunkkommission der Länder wollte mal wieder den Jugendschutz im Internet angehen.

Der Vortrag lässt die Themen noch einmal Revue passieren und bringt einen Ausblick, was uns in den nächsten Monaten eventuell noch blüht.[10. 27C3 Fahrplan – Von Zensursula über Censilia hin zum Kindernet]

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Whistleblowing
Licht ins Dunkel!

Whistleblowing als universelles Konzept für mehr Transparenz – oder: über die Rückeroberung der Dunkelräume in Wirtschaft und Politik auch jenseits von Wikileaks.

Die Präsentation von Wikileaks war einer der Höhepunkte der 26C3. Durch Wikileaks haben viele Hacker erstmals von Whistleblowing erfahren. Allerdings verkürzen einige Whistleblowing auch auf die anonyme Veröffentlichung brisanter Dokumente im Netz. Dem wollen Guido Strack und Johannes Ludwig vom Whistleblower-Netzwerk Deutschland mit ihrem Vortrag und einer begleitenden Ausstellung entgegenwirken.[11. 27C3 Fahrplan – Whistleblowing]

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Wikileaks und mehr
Eine Whistleblowerperspektive auf Leaking-Plattformen

Als kurzfristiger Ersatz für eine ausgefallenen Vortrag wurde die Entwicklung von Wikileaks kurz nachgezeichnet, bis hin zu den derzeit entstehenden weiteren Leaking-Plattformen. Im Mittelpunkt stand die Frage welchen Nutzen Wikileaks & Co. für Whistleblower bieten, welche Voraussetzungen für ihre anonyme Nutzung bestehen und wie die Entwicklung weitergehen wird.[12. 27C3 Fahrplan – Wikileaks und mehr]

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A Critical Overview of 10 years of Privacy Enhancing Technologies

The objective of the session is to provide a critical overview of „privacy research“ within computer science. The mechanisms proposed in the last ten year include mechanisms for anonymous communications, censorship resistance, selective disclosure credentials (and their integration in identity management systems), as well as privacy in databases. All of these system are meant to shield the user from different aspects of on-line surveillance either through allowing a user to keep some of her data „confidential“ or by allowing her to assert „control“ over her data. We will illustrate using concrete examples, why some paradigms came to dominate the field, their advantages, but also their blind spots, and unfulfilled promises given the conditions of our surveillance societies.[13. 27C3 Fahrplan – A Critical Overview of 10 years of Privacy Enhancing Technologies]

Link zum Vortrag: hier

Das sind natürlich mega viel Vorträge, die auch jede Menge Zeit beanspruchen. Aber das ist wirklich sinnvoll investierte Zeit. (Behaupte ich mal, aufgrund der Vorträge der letzten Jahre.)

Viel Spass beim Anschauen!

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