Ein Leben auf Facebook.

Ich muss immer wieder schmunzeln, wenn Leute auf Facebook ihren Beziehungsstatus ändern. Als Beispiel nehmen wir mal „Peter“.

In den darauffolgenden Kommentaren lässt sich dann immer wunderbar nachvollziehen woran die Beziehung denn nun gescheitert ist. Das sieht das ungefähr so aus:

Person A: Quatsch! Ist sicher nur ein Spass

Person B: Du armer!

Person C: Ehrlich jetzt? Lief doch so gut!

Peter: Ja, ehrlich. Kein Spass…

Person B: Ja, und warum ?!?!

Person C: Erzähl doch mal …

Peter: Also ..

Und so weiss ich also nun dass Peter aus Grund X nicht mehr mit seiner Freundin zusammen ist. Ich lese das natürlich auch. Ich finde das auch interessant zu wissen. Ohne Facebook würde ich das wohl ohnehin niemals erfahren, so gut kenne ich den Peter nun auch wieder nicht.

Warum ich das schreibe? Weil ich das nun schon ein paar Mal erlebt habe und immer gedacht habe „Wieso machen die das?“. Wieso wird das an der Pinnwand breitgetreten. Okay, volles verständniss für das Mitteilungsbedürfnis unserer Spezies. Ich schreibe da auch viel Krempel an die Pinnwand, aber das würde mir zu weit gehen. Es kommt mir auch schon komisch vor, wenn die Leute ihre gesamte Familie und den Freund verlinken. So viel will ich doch garnicht wissen. Trotzdem klick ich mich durch.

Auf der Suche nach „Beziehungsstatus Facebook“ bin ich auf einen Blogbeitrag von Christiane Lutz gestoßen, die es glaube ich ganz gut beschreibt:

Wer dennoch mit der Angabe in seinem Beziehungsstatus kokettiert, der will im Grunde nur Aufmerksamkeit darüber erregen. Er inszeniert sich selbst auf dem Kuppelmarkt oft unbewusst als Kopulationswilliger, treue Seele, biedere Ehefrau oder sexuell Ausgehungerter. Daher gilt der Königsweg: Beziehungsstatus elegant umgehen und einfach lächelnd schweigen.

Da haben wir’s: das Schlagwort Inszenierung. Darum geht es letztendlich.

Und warum schreibe ich das alles? Eigentlich aus dem selben Grund. Ich will Aufmerksamkeit. Und zum Nachdenken anregen. Ich finde es wahnsinnig erstaunlich was dieses Netzwerk so mit uns macht und wahrscheinlich noch machen wird. Wer weiss, was noch alles kommen wird und wie wir damit umgehen. Manchmal macht es mir doch auch ein bisschen Angst 🙂

Zum Nachdenken regt vielleicht auch der abschließende Film von maxluere auf Youtube:

Update: Das verlinkte Video wurde leider gelöscht. Auf Youtube finden sich aber einige Kopien. Einfach nach „A Life on Facebook.“ suchen. Hätte der Ersteller sein Video besser mit CC-Musik unterlegt. Schade.

Update 2: Felix hat mich auf einen weiteren interessanten Artikel zum Thema aufmerksam gemacht: Neon.de – Wir Facebook-Schauspieler

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