Facebook für den Verein/Jugendhaus Page oder Profil ?

Für einen Verein oder ein Jugendhaus kann Facebook eine durchaus praktische Kommunikations- und Werbeplattform sein. Es sind ja doch mittlerweile viele aus dem Verein / Jugendhaus / der Einrichtung bei Facebook und die Leute sind dort dann auch am besten/einfachsten zu erreichen. Daher hat sich sicher jeder Verein oder jedes Jugendhaus sicher schon überlegt, ob sich ein Auftritt bei Facebook lohnen würde. Und selbstverständlich sind viele schon dort zu finden.

Die, die es vorhaben, stellen sich sicher die Frage, ob es ein Profil mit dem Vereinsnamen oder doch lieber eine Seite für den Verein sein soll.

Daher möchte hiermit mal eine Diskussion mit der Frage „Page oder Profil ?“ eröffnen und die Vor- und Nachteile der beiden Varianten – vielleicht auch als Entscheidungshilfe – vorstellen.

 

Ein Profil mit dem Namen des Vereins

Wenn man ein Profil mit dem Vereinsnamen anlegt, ist das wie ein normaler Nutzer-Account. Es stehen alle funktionen zur Verfügung, die jeder andere Benutzer auch hat:

  • Profilfoto
  • Nachrichten
  • Umfragen
  • Gruppen gründen
  • Veranstaltungen erstellen
  • Chat

 

Das alles sind nützliche Funktionen, keine Frage. Nur sind sie für diese Fall nicht geeignet. Nicht nur weil Facebook das nicht erlaubt, sondern weil der Verein dann Einblicke in die Profile seiner Freunde bekommt. Somit kriegt er natürlich alles mit, was seine Freunde so von sich geben. Das würde mich z.B. als Jugendlicher stören, wenn ein Mitarbeiter im Jugendhaus in meinem Profil „herumstöbern“ kann.

Es ist wirklich praktisch mit seiner Lieblingskneipe „befreundet“ zu sein, aber ich weiss ja eigentlich garnicht wer da vor dem PC sitzt. Vielleicht posten verschiedene Mitarbeiter, die sich dann bei mir umschauen.

Zudem bezweifel ich, dass viele Leute Facebook-Listen einsetzen.

 

Eine Page für den Verein

Wenn ich eine sog. „Page“ (oder einfach Seite) einrichten möchte, benötige ich auch auf jeden Fall ein Konto bei Facebook. Auf der Startseite findet sich die Möglichkeit etwas unter dem Anmeldeformular: „Erstelle eine Seite für eine Berühmtheit, eine Band oder ein Unternehmen.“

Dort kann ich dann eine Seite für meinen Verein einrichten. Ist das Geschehen habe ich ähnliche Funktionen wie bei einem Profil:

  • Foto
  • Nachrichten
  • Umfragen
  • Gruppen gründen
  • Veranstaltungen erstellen
  • Chat

 

Bei einer Seite fehlen zwei Funktionen,  die eigentlich ziemlich wichtig sind: Private Nachrichten und der Chat. Beides sicherlich sehr praktisch, um z.B. mit Jugendlichen in Kontakt zu bleiben. Ist der Rechner im Jugendhaus immer angemeldet, kann so auch nachgefragt werden „wer alles gerade im Haus ist“ und so weiter.

Der oben erwähnte Punkt mit dem Durchstöbern des Profil entfällt aber. Ich sehe zwar, wem meine Seite gefällt, aber ich sehe nich deren komplettes Profil, sonder nur das, was ohnehin öffentlich ist und jeder Andere auch sieht.

Wenn ich eine Seite angelegt habe, kann ich aber unter deren Namen in Facebook aktiv werden. Als Beispiel unsere kleine Media-Sozial Seite bei Facebook. Ich kann dort als „Media Sozial“ Veranstaltungen erstellen, etwas posten und bei anderen Seiten auf „Gefällt mir“ klicken und kommentare abgeben. Als „Media Sozial“ kann ich mich mit anderen Seiten vernetzen. Ich klicke bei der Seite von Medienkompetenz 2.0 auf „Gefällt mir“ und bekomme dann deren Nachrichten zu sehen.  Dadurch kann man sich recht gut vernetzen und ist auf dem Laufenden was Kollegen so alles machen. Möchte ich nicht, dass jemand mich mit Media Sozial in Verbindung bringt, kann ich mich als „Seitenbetreiber“ auch nicht anzeigen lassen. Dann sehen die Leute einfach nur Media Sozial und wem das alles gefällt, aber nicht, wer da schreibt.

Wenn sich Jugendhäuser auf diese Weise vernetzen sind sie dann auch ziemlich gut untereinander Informiert, was denn wo gerade ansteht.

Aber was für Möglichkeiten gibt es denn sonst mit z.B. den Jugendlichen Kontakt zu halten? Zum Beispiel Gruppen. Ich kann eine Gruppe für das Jugendhaus XY anlegen und das entweder als öffentlich oder geschlossen einrichten. Ist es öffentlich kann jeder Beitreten und Mitschreiben, ist es geschlossen, muss der Beitritt erst beantragt werden. Die Jugendlichen können der Gruppe dann beitreten, ohne, dass sie mit mir befreundet sind. Für die Gruppe gibt es dann auch eine Chat-Funktion, bei der dann alle, die gerade online sind, miteinander chatten.

 

Dies einfach nur mal als eventuelle Hilfe. Ich freue mich über weitere Anregungen oder Anwendungsbeispielen in den Kommentaren.

4 Kommentare
  1. Avatar
    Stefan K sagte:

    Für einen Träger, der mit Jugendgruppen arbeit, die sich alle zwei Monate sehen haben wir testweise facebook-Gruppen angelegt und das ganze ein Jahr lang verfolgt. Worauf man dabei gefasst sein muss, ist , dass die Jugendlichen nicht unbedingt im Sinne des Trägers "konstruktiv kommunizieren". In unserem Fall verlangte das vom Träger viel Toleranz, wenn z.B. die Bilder von den Kurswochen hauptsächlich von Alkoholsammlungen handelten. Wie sich herausstellte, muss bei der Erstellung einer Gruppe wohl überlegt werden, ob diese öffentlich oder geschlossen sein soll, ein Monitoring ist jedenfalls unerläßlich. Denn was ist wenn in diesen Gruppen z.B. Mobbing passiert? Als Initiator solch einer Gruppe steht man dann nicht nur moralisch in der Verantwortung.

    Auf der anderen Seite können solche Dinge (Umgang miteiander, was geb ich über mich preis, etc.), die ja im virtuellen Raum nur ihr Äquivalent des RL finden, dann auch gut aufgegriffen und thematisiert werden, man muss sich halt im Klaren darüber sein, dass es zusätlichen Aufwand bedeutet.

    Ein nettes, von den Jugendlichen mit Smartphones immer stärker genutztes Feature ist das Geotagging, welches sich meiner Meinung nach für Jugendtreffs hervorragend eignet. Man kreiert das eigene Jugendzentrum als Ort bei facebook und die Jugendlichen können dann wenn sie wollen bei fb posten, dass sie da sind. Das zieht dann wiederrum vielleicht andere an und ist eine nette, kleine Werbung.
    (ob das bzgl. der eigenen Privatsphäre sinnvoll ist, würde ich mit den Jugendlichen wohl vorher diskutieren, ich persönlich würde mich dadurch überwachbar fühlen.)

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  2. Avatar
    Michael sagte:

    Hi!

    Vielen Dank für deinen Ausführlichen Kommentar! Habe deinen Blog auch mal in die Blogroll gepackt.

    Ich nutze die Gruppen bisher selbst nur in 2 Projekten und habe das gemeinsam mit einem Jugendhaus ausprobiert. Das heisst, die Leiterin des Jugendhauses hatte das schon eingerichtet, wollte aber ein paar Tipps von mir bzgl. der Einstellungen.

    Bisher kann ich nur positives berichten.

    Die Sache mit den Bildern und Mobbing verlangen auf jeden Fall nach "Monitoring" und nach klaren Umfangsformen. Geotagging habe ich selbst noch nicht ausprobiert. Gerade bei Smartphones bin ich immernoch etwas vorsichtig, da ich manchmal selbst nicht weiss, was mein Handy da nun sendet oder nicht 🙂

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  3. Avatar
    Jakob sagte:

    Genau, am Ende kommt es tatsächlich darau fan, wieviel Zeit man tatsächlich dafür investieren will und auch kann. Erst so kann man entscheiden, was am Besten passen würde.

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