Pro Evolution Soccer

Die Hände werden langsam feucht, verkrampfen etwas. Noch 5 Minuten. Es muss jetzt was passieren! Wäre ich doch nicht so siegessicher angetreten…dann könnte ich jetzt immer noch behaupten, dass ich momentan in einem Formtief bin. Doch ausreden helfen jetzt wirklich nicht mehr. Ich wechsle noch einmal. Das letzte mal. Der Ball geht über die Torauslinie. Mein Team bekommt die Ecke. Ich wähle den besten Rechtsfuß auf dem Platz. Die Ecke wird ebenfalls von rechts getreten. Ich schneide den Ball ziemlich stark an. Er dreht sich vom Torwart weg an den Kopf des gerade eingewechselten Spielers. Und der hämmert das Ding mit seiner Stirnplatte ins Netz! Toooooooor! Yeehaw!
Ich springe auf, hüpfe aufs Sofa und mache den Ententanz! Ganz wichtig: Den Gegner sehen lassen, wie gut man jubeln kann!
Es steht jetzt 2:1 in der 80. Minute – Das Ding werde ich nach Hause schaukeln…

Die Rede ist von Pro Evolution Soccer.

Computerspielen werden ja viele negative Eigenschaften nachgesagt. Für mich ist es jetzt an der Zeit PES da einmal richtig einzusortieren. Für mich sind Spiele wie Pro Evolution Soccer Gesellschaftsspiele. Natürlich kann man PES auch alleine oder Online spielen, sein wahres Potential entfaltet es aber erst wenn mindesten 2 Spieler vor einem Fernseher/Monitor sitzen und sich hautnah duellieren bzw. so gut harmonieren, dass wenn sie gemeinsam ein Team spielen, es wie aus einem Guss wirkt. Das ist also das Ziel. Entweder harte Matches gegeneinander führen oder zu zweit das schöne Spiel (port.: Joga Bonito) suchen. Argumente wie gewaltverherrlichende Darstellung u.ä. können bei diesem Spiel natürlich getrost vergessen werden. Ein weiteres Argument, das man oft von Eltern hört ist, dass sich die Kinder/Jugendliche nur noch ausschließlich mit dem PC/der Konsole beschäftigen sobald diese/r im Haus ist. Es ist doch aber bei Computerspielen so wie bei fast allem im Leben – die Dosis macht das Gift! Pro Evolution Soccer findet ich deshalb super! Ich kann in der Mittagspause ein schnelles Spiel spielen oder mich Abends ausführlich in der Meister Liga den Managerfunktionen widmen. Die Spieldauer ist einstellbar (5 min – 30 min) und der Schwierigkeitsgrad ist in sechs Stufen unterteilt. Der Spieler hat also eine gute Kontrolle darüber wie lange er spielen will. Funktioniert das nicht können Eltern hier unterstützend zur Seite stehen. Ich glaube ohnehin nicht, dass Horrorshooter und ähnliches den meisten Spieler wirklich freude bereiten. Der provozierende Charakter dieser Spiele (wie z.B. Dead Space) wird für die jüngeren Spieler (mit jünger meine ich bis 18 Jahre) wesentlich interessanter sein, zumal die Werbung oftmals mit dieser eigentlich abschreckenden Wirkung mehr als koketiert. Natürlich ist nicht jeder ein Fussball-Fan, allen anderen kann ich Pro Evolution Soccer nur empfehlen. Im Vergleich zu FIFA (von Electronic Arts) versucht PES eine echte Fussball-Simulation zu sein. Die Eingewöhnungszeit dauert zwar etwas länger, jedoch fühlen sich Taktiken und Spielzüge echter an. Zudem sieht PES einfach besser aus. Die meisten Spieler sind von weitem an Aussehen und Spielstil zu erkennen.
Der neueste Teil der Serie Pro Evolution Soccer 2011 ist mittlerweile für ca. 20 € erhältlich. Das Spiel wird in unregelmäßigen Abständen mit kostenlosen zusätzlich herunterladbaren Inhalten unterfüttert.

2 Kommentare
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    Frank sagte:

    Ich gebe dir völlig recht. Gerade bei Konsolespielen ist der Faktor "Gesellschaft" und das gemeinsame Erlebnis ein wichtiger Bestandteil des Spielspaßes. Dabei ist es auch keinesfalls so, dass die Konsole Kinder vereinsamen lässt. Vielmehr ist sie einfach eine neue Art der Kommunikation und der Unterhaltung.
    Welche Art der Kommunikation man wählt, ob eher der Mannschaftsgedanken oder der Leistungsgedanken im Vordergrund steht, wird dabei den Teilnehmern überlassen.
    In diesem Sinne ist der Artikel sinnvoll, um gegen die Verteufelung von Konsolespielen vorzugehen.

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  2. Avatar
    jan sagte:

    Ich brauch die ersten drei Worte und weiß wer es geschrieben hat. Auch wen ich das austragen des "PES vs. FIFA" Kriegs nicht nötig finde hast du recht.
    Gesellschaft findet auch dort statt. Solange die Dosis stimmt. Kenne da auch andere Beispiele….

    Greetz

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