Unser Hirn und die digitale Revolution

Herr Gerry Small, Neuropsychologe an der Universität in Kalifornien, untersucht wie sich die digitale Welt auf unser Hirn auswirkt. Dazu hat er auch ein Buch geschrieben. Die Süddeutsche hat ihn dazu interviewt.

Interessant find ich zum Beispiel, dass sich die sozialen Fähigkeiten weniger entwickeln, wenn man sich in der Jugend zu viel mit der Technik beschäftigt. In diesem Fall sind wohl die sozialen Beziehungen untereinander gemeint, da diese ja nur eher virtuell existieren.

Small: Heranwachsende, die gerade ihre sozialen Fähigkeiten entwickeln, können durch Technik dabei behindert werden. Ich habe mit einigen Teenagern zu tun, die dem Eindruck nach zu sehr in der digitalen Welt leben. Sie haben Schwierigkeiten in der Kommunikation von Angesicht zu Angesicht, können oftmals emotionale Signale nicht entschlüsseln.

Etwas hart sind sicherlich Lehrer, die im Unterricht „Handypausen“ einlegen müssen damit die Schüler ihre Sucht nach Kurznachrichten befriedigen können. Wo gibt’s denn sowas?

Erfreulich ist schonmal zu lesen, dass sich unser Hirn an die Gegebenheiten anpassen kann / wird. Wobei ich irgendwie auch das Gefühl habe unter der digitalen Demenz zu leiden. Dazu sagt Small:

(…) wir prägen uns Informationen nicht mehr in der traditionellen Weise ein, sondern wir lernen, wo wir diese Informationen am besten finden. Um an Ihre Telefonnummer zu kommen, muss sich sie nicht auswendig lernen; um den richtigen Weg zu finden, muss ich nur mein GPS-System benutzen können.(…)

Dumm nur, wenn ich grad kein Netz habe.

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