Zurück in die Zukunft

Für eine Hausarbeit musste ich die letzte Zeit das Spiegel-Archiv durchforsten. Dabei ist mir die Ausgabe 42 / 1999 mit dem Thema „Kinder im Netz“ in das Auge gefallen. Irgendwie liest sich der Artikel, als wäre er erst kürzlich erschienen. Man müsste ein paar Wörter ersetzen und die erwähnten Spiele auf den aktuellen Stand bringen. Aber sonst ist alles dabei: Killerspiele, Isolation und Verblödung. Nur die Pornografie wurde vergessen.

Ich will einfach mal ein paar Textstellen zitieren (das darf ich doch, oder?)

Folgendes Zitat erinnert mich irgendwie an die Digitale Demenz und das Etikett der Copy & Paste Generation:

Folgt man den Thesen der Medienpädagogen, so wächst eine Online-Generation heran, die sich zwar flott und sicher im Netz bewegt, die aber kaum mehr in der Lage sein wird, aus der Vielzahl ungefilterter Informationen Zusammenhänge herzustellen.

Sehr zutriffend auf die heutige Zeit ist das nächste Zitat:

Wenn sich die „Online-Generation“ vernetzt, wird sie das nicht nach den Lehrplänen von Reformpädagogen tun, und wenn Eltern ihre Kinder vor Gefahren schützen wollen, werden die den unbequemen Weg gehen und sich selbst zum kompetenten Führer durch die virtuelle Welt fortbilden müssen.

Internet-Zensurprogramme lösen dieses Problem heute genauso wenig wie der Rundfunkrat gestern.

Das passt auch gut zu Netzpolitischen Themen.

Der Artikel hat nun gut 11 Jahre auf dem Buckel…

Dermaßen allein gelassen, bleibt besorgten Eltern wohl doch nur der unbequeme Weg, sich selbst mit den Phänomenen Online und PC zu befassen. Für die Ängstlichen gibt es ein reiches Angebot von Software, die den Zugriff auf jugendgefährdende Seiten im Internet blockiert.

Und wenn sie ihre Kinder lieb darum bitten, helfen die ihnen auch dabei, das Programm zu installieren.

…was hat sich getan?

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